Lexikon

Hier werden einige der Begriffe, die auf unserer Website vorkommen, erläutert. Wenn Sie in Ihrem Tätigkeitsfeld – etwa im Rahmen von Ausschreibungen – auf LWL-spezifische Bezeichnungen treffen, die Ihnen nicht geläufig sind, so kontaktieren Sie uns! Wir beraten Sie gerne!

Lichtwellenleiter:
Ein Leiter, der die Übertragung von Information in Form von Lichtsignalen ermöglicht, heute meist in Form von Glasfasern ausgeführt, weshalb die Begriffe „Lichtwellenleiter“ und „Glasfaser“ oft gleichgesetzt werden. Für die Datenübertragung werden Glasfasern mit einem Außendurchmesser von 125 Mikrometern verwendet, die sich aus einem Kern- und Mantelglas zusammensetzen. Abhängig vom Durchmesser des Faserkerns unterscheidet man zwischen Singlemode- und Mulitmodefasern. Allgemein lassen sich mit Singlemodefasern wesentlich höhere Datenübertragungsraten über längere Strecken ohne Zwischenverstärkung realisieren als mit Mulitmodefasern.

Im Weitverkehrsbereich und für FTTH-Ortsnetze werden ausschließlich Singlemodefasern verwendet. Multimodefasern kommen hingegen im LAN für Strecken bis ca. 300m – z.B. für Verbindungen zwischen Stockwerkverteilern – zum Einsatz. Der Grund für diese Doppelgleisigkeit: In der Frühzeit der Lichtwellenleiterverbindungen waren die Investitionskosten für Singlemode-Verbindungen wesentlich höher als für solche mit Multimodefasern. Letztere Technologie ist daher häufig in kleinräumigen Datennetzen anzutreffen, da sich die dortigen Anforderungen auch mit Multimodefasern erfüllen lassen. Inzwischen haben sich die Kosten für Mulitmode- und Singlemodekomponenten – sowohl bei den Fasern selbst, als auch bei den aktiven Komponenten – jedoch soweit angenähert, dass auch für gebäudeinterne Strecken immer öfter Singlemodekabeln mit potentiell höheren Leistungsreserven der Vorzug gegeben wird.

Einblasen:
Zugkräfte beim Kabelziehen sind nur in eine Richtung wirksam, während sich Druck in alle Raumrichtungen gleichermaßen ausbreitet. Dies macht man sich beim Einblasen von LWL-Kabeln in Leerrohre zunutze. Durch Einpressen von Druckluft in Kombination mit der gerillten Innenfläche des LWL-Rohrs ermöglichen das Einbringen des Kabels über Strecken von über 3 Kilometer, auch über Kurven und Biegungen hinweg.

Spleißen:
Spleißen bezeichnet im Zusammenhang mit Lichtwellenleitern – analog zu Stahlseilen – das Verbinden von einzelnen Glasfasern. Das Standardverfahren ist dabei der Hitzefusionsspleiß, bei dem die Enden der beiden Glasfasern in einem Lichtbogen erhitzt und verschmolzen werden, sodass eine stoffschlüssige Verbindung entsteht. In einigen Anwendungsfällen können Glasfasern auch durch Verkleben (Klebespleiß) oder durch Einklemmen in einer Führungsschiene (mechanischer Spleiß) miteinander verbunden werden.

Dämpfungsmessung:
Die Dämpfung einer LWL-Verbindung ist das Verhältnis zwischen der am Ende ankommenden und der am Anfang eingekoppelten Lichtleistung. Dieser Wert ein wesentliches Beurteilungskriterium für die Leistungsfähigkeit der Strecke. Ist die Dämpfung zu hoch – etwa aufgrund eines verschmutzten Steckers – kann ein über die Faser gesendetes Datensignal vom Empfänger nicht mehr einwandfrei (oder überhaupt nicht mehr) erkannt werden, wodurch die Übertragungsrate vom Sender gedrosselt werden muss bzw. die Verbindung vollständig zusammenbricht. Mit einem Dämpfungsmessgerät – bestehend aus Sender und Empfänger – wird dieser Wert direkt ermittelt. Das Sendemodul koppelt Licht mit einer genau definierten Leistung in die Faser ein, während der Empfänger die ankommende Leistung misst. Aus dem Quotient der beiden Werte errechnet sich dann die Dämpfung. An welcher Stelle des Kabels eine allfälliger Fehler auftritt, kann damit aber nicht ermittelt werden. Für diesen Fall kommt ein OTDR zum Einsatz.

OTDR:
Optical Time Domain Reflectometry – Ein im Vergleich zur Dämpfungsmessung detailierteres Messverfahren zur Charakterisierung von einzelnen LWL-Fasern. Das OTDR-Messgerät koppelt Lichtpulse in die Faser ein. An jeder Stelle der Faser, an der eine Dämpfung auftritt, wird ein Teil des Pulses reflektiert und vom Gerät registriert. Aus dem Anteil des reflektierten Lichts in Kombination mit der gemessenen Laufzeit des Pulses wird vom Gerät die Position und der Wert des Dämpfungsereignisses errechnet. Durch die Aufnahme mehrerer Millionen Messpunkte pro Messvorgang entsteht so ein vollständiges Bild des Verlaufs der Signaldämpfung über die gesamte Faserstrecke. Das ermöglicht das Aufspüren von Schadstellen im Kabel bis auf 1m Genauigkeit.